Archiv

Archive for the ‘Heimat’ Category

Wegen Kunstprovokation: Syrien entschuldigt sich bei Dresden

Februar 8, 2017 1 Kommentar

Dresden/Aleppo – Seit Tagen reißen drei Busse auf dem Neumarkt tiefe Wunden in die zart besaitete Dresdner Bombenterroropferseele.

Doch jetzt deutet sich eine Entspannung der Situation an. Weiterlesen …

Advertisements

Boulevard des Zornes

Schlecht ist die Deutsche Nationalmannschaft sehr sehr schlecht! Beim Lesen der Spielediskussionen in den großen Onlineforen, muss man zu diesem Schluss kommen.

Für einen ordentlichen Volkszorn verliert die Mannschaft eigentlich zu selten. Aus dieser Not heraus wird auch bei Unentschieden und Siegen vor sich hin tourettiert. („Alles nur Arschkriecher in der NM.“, „Fliegenfänger und Hühnerhaufen…..das war eine Schande“, „Kameradenschwein von Phillip Lahm“). Super Leistung, Haare in der Suppe zu sammeln und daraus eine Mähne der Kritik zu knüpfen.

Unentschieden, wie im Freundschaftsspiel gegen Polen, sind selbstverständlich als Komplettversagen einzustufen. (Man kann auch nicht verlangen, dass die Sportmillonäre auch mal einige Schritte laufen). Keiner kann was. Vor allem nicht die „Polen“ in der Mannschaft („Klose wirkte ja, als hätte er das falsche Trikot an, so oft wie der offensichtlich aus Absicht daneben zielte,“ ) .. Da wäre noch die Crux mit der nationalen Integrität. Özil singt die Nationalhymne nicht mit!
Die rassischen Argumentationsketten sind beachtlich. Özil ist kein Deutscher. Zwar in Deutschland geboren aber seine Vorfahren sind Türken. Klose und Podolski sind Polen, weil sie nicht in Deutschland geboren sind, obwohl ihre Vorfahren zur dortigen deutschen Minderheit gehören. Ein Crux, dieses Volksdings. Und so verweigern die Polen das Tore schießen gegen ihre Landsleute.(„und gegen 13 Polen kann man halt nicht gewinnen, unsere 2 gastarbeiter aus köln und rom durften kein tor schiessen!“) Wer hat nochmal die Tore gegen Polen bei der EM 08 geschossen?

Außerdem ist der Trainer schwul! (Jogi Löw ist ein wahnsinnig attraktiver Mann. Würde gerne mal eine Nacht mit ihm verbringen!)

Beim Sieg, war der Gegner seeeeehr schlecht („nur, wenn man die östrreicher vom platz fegt, heißt das nicht, daß die deutschen gut wären. sie sinds seit 90 nicht mehr. alberner laden.“) oder hatte nicht die beste Mannschaft auf dem Platz, muss sich noch finden, ist in der Testphase („Danke Brasilien fürs schlafen und langsam spielen, sonst hättet ihr gewonnen.„). Argumente, die bei einem Unentschieden oder Niederlage der Deutschen naturgemäß nicht gelten.

Ganz klar hätte Spanien gegen jeden von Deutschland geschlagenen Gegner noch höher gewonnen.

Ergebnisse Spanien seit der WM: 10 Siege, 1 Unentschieden 3 Niederlagen. 35:18 Tore. Deutschland: 10 Siege, 4 Unentschieden, 1 Niederlage, 39:15 Tore. Aber siehe oben, Deutschlands Gegner waren alle schwach.

Denn letztlich kann der Jogi überhaupt nichts. Er hat nur Glück, dass er so gute Einzelspieler hat, so wie Maradonna, Raymond Domenech, Fabio Capello bei der WM 2010.

Außerdem ist er schwul („Ob Jogi oder Joachim, ich will mit ihm ins Bett!!!„)

Antifaschismus

14. Februar 2009: Vielleicht habe ich die Vaterlandsliebe und Weltkriegsbeurteilung der Antifaschisten über Jahre falsch eingeschätzt. Der Dresdner Nazi-Aufmarsch wurde mit den übligen halbherzigen 20iger Sitzblockaden, los-stürmen und weg-laufen Ritualen und der „Deutsche Polizisten beschützen die Faschisten“ Folklore begleitetet. Aber der fankurvenartige Gesang in Richtung der braunen Masse „Ihr habt den Krieg verlorn, ihr hab den Krieg verlorn“ klang mir dann doch eine Tick zu vorwurfsvoll.

Das Welterbe ist tot, es lebe die Brücke!

Juli 7, 2011 1 Kommentar

s ist geschafft! Dresden wird sich von der Willkür einer erpresserischen, gänzlich undemokratischen Weltmacht befreien! Der UNESCO wird ihr Welterbetitel nach fünf Jahren wieder vor die Füße geschmissen. Sollen sich doch andere mit dem Stück Papier, von dem man sich nichts kaufen kann, rumärgern.
Damit stehen Elbflorenz mit Stolz an die Seite von Qabus ibn Said al-Said, seines Zeichens Sultan des Oman, Alleinherrscher des bisher einzigen Landes, das von der von der Welterbeliste gestrichen wurde. Dort wurde ein Naturschutzgebiet um 90 % verkleinert, um Erdöl und Gas zu fördern. Verständlich – schließlich fahren Autos mit Benzin und nicht mit seltenen Antilopen- und Vogelarten.
Dank der so schnell zurück gewonnenen Souveränität über Beton und Stein kann jetzt weiter gebaut werden. Zunächst die Brücke und sicher finden sich bald andere Projekte, die es an die Hänge und auf die Wiesen an der Elbe zu verwirklichen gilt. Denn das ehemals geschützte Elbtal ist lang und die Wiesen breit. Genug Platz für einige Baukastenhäuser und Parkplätze! Die Brücke löst zwar das Stauproblem in der gesamten Stadt; Alle können ungehindert von Arbeit nach Hause und von zu Hause auf Arbeit, in den Supermarkt, die Kneipe und zum Shoppen, Kino flitzen. Doch auch der Dresdner kann nicht immer nur fahren. Auch er braucht Orte, wo er seinen geliebten Boliden abstellen kann. Von denen gibt es noch viel zu wenige. Was läge da näher als etwas des nutzlosen Grüns der Elbwiesen abzuzwacken. Beton drauf und eine weiterer Quantensprung für eine autofreundliche Stadt wäre gemeistert.
Durchgesetzt haben wir uns gegen die ewig gestrigen Fortschrittsverhinderer und Bio-Öko-Linken, die sich beharrlich bemühten die Brücke zu verhindern, an einer Stelle, von der Max Goldt (schwul! und sicher auch ein Linker) schrieb, dass es der wohl schönste Spazierweg Deutschland sei. Aber wer will denn spazieren gehen! Wenn man künftig für einen Blick auf die Altstadt nicht mal mehr aus dem Autos Steigen muss.  Etwas erhöht und unbelästigt von all dem krabbelnden Getier. Allein für die wachsende Zahl Allergiker ein Segen. Denen blieb der Dresdner Kulturblick ja bisher hinter verquollenen Augen verborgen. Die Brücke als gesundheitsbewusster Touristenmagnet!
Und obwohl die meisten Volksentscheid-Ja-Sager  die Brücke nie nutzen werden und die Elbwiesen nur als Baufundament kennen, wussten sie, was richtig ist! Nicht so jene ewig Gestrigen. Sie erdreisteten sich, Verwirrung in den Reihen der Brückenbauer zu stiften und einen Tunnel als Kompromiss vorzuschlagen. Einen Tunnel! So teuer und niemand würde sehen, wo das ganze Geld steckt. Millionen können doch nicht einfach vergraben werden.
Das wahre Potential wurde am schnellsten von den Vorzeigedemokaten der kommunalen FDP erkannt. Neue Touristenattraktionen ließen sich schaffen! Wirtschaftsbürgermeister und Oberbürgermeisterkandidat a. D., Dirk Hilbert, ist von dem monumentalen Bauwerk so überzeugt, dass er  ein Elbebad unter den Bögen der Brücke als Nummer eins Attraktion der Stadt herbeivisioniert. Planschen zwischen den Brücken, umhüllt von Abgasen – Urlaub im Feinstaub. Das ist wahrer liberaler Fortschrittsglaube.
Nach wie vor klammert sich eine handvoll linker Ökos an das Welterbepapier und phantasiert von Verantwortung gegenüber dem Rest der Welt. Welchem Rest der Welt? Dresden ist doch der Mittelpunkt. Jeder Geld abgebende Tourist ist auch künftig willkommen. Das Geld für die Frauenkirche haben wir gerne von Nichtdresdnern genommen. Aber bitte nur das Geld! Kritik, wie wir unsere Stadt gestalten um den Titel zu verlieren, ist nicht gefragt.
Und wenn es dieser Verein demnächst ablehnt Titel an die Kulturnation Deutschland zu geben, dann ist dies ein weiterer Beweis für dessen Willkür. Wie kann die sich die UNSCO überhaupt erdreisten, der Mutter aller Kultur zu erklären, wie sie mit ihrem Kind umzugehen hat?
Die sollen sich lieber um die Dritte Welt kümmern. Die Neger zerbomben am laufenden Krieg das bisschen Kultur was sie haben. Da sei uns der kleine Luxus gegönnt, ein paar Meter Wiese zu zerbauen, um einige Minuten weniger im Auto zu sitzen. In Autos, die immerhin einen höheren Wohnkomfort haben als die Hütten dieser kriegsgeilen Hungerleider!
Gegen die Abholzung des Regenwaldes, skrupellose Wal fangende Norweger, aussterbende Koalas und gemeuchelte Robbenbabys reihen wir uns natürlich gern in jede Unterschriftenliste ein.  Aber was sind schon Fledermäuse und Käfer vor der Haustür, solange sie mit den Zauberworten „Mehr Arbeit für alle“ und „schneller Autofahren“ in Verbindung zubetoniert werden können.
Und wann wird Dresden endlich für seinen späten Mut gewürdigt, über den eigenen Schatten gesprungen zu sein? Seit der Wende wurde uns immer wieder vorgeworfen, wir würden alles blockieren, was angeblich nicht ins Stadtbild passt. Aber was nicht ins Stadtbild passt, entscheiden immer noch wir! Die Brücke tut es. Schließlich fahren Autos drüber.

Freudenhaus

Im künstlerisch-intellektuell geprägtem Dresdner Hechtviertel sind Frauen, die sich im klassischen Sinne als solche zu erkennen geben eine Minderheit, es wird viel Wert auf innere Werte gelegt!
Mein Auge kennen äußere Werte nur noch vom nächtlichen Bierkauf.
Denn es gibt ein Freudenhaus im Viertel! Die branchentypische Illumination lässt zwar eher eine Freudenetage vermuten, da es mir bisher aber wahlweise an Neugier, Verzweiflung oder Geld fehlte, um mir persönlich ein Bild vom Innenleben zu machen, phantasiere ich von einem Haus der Sünde.
Integriert, in das Haus, nicht die Etage, ist ein Spätshop, mit für Spätshopverhältnisse geradezu offener (ich möchte sie beinahe freundlich nennen) Bedienung. Alles andere wäre auch geschäftsschädigend, ließe sich hier zu Recht einwerfen. Jedenfalls mausert sich dieser Laden zu meinem bevorzugten nächtlichen Ort des Vorsätze über den Haufen Werfens. Der frühabendlichen Vernunft, nicht jede Nacht Bier trinken zu müssen, habe ich nach Sonnenuntergang nicht mehr viel entgegen zu setzen. Also bin ich mal kurz Bier holen. Und da ich schon mal dabei bin, inkonsequent zu sein, setze ich dem ganzen noch die Krone auf und suche den Teufel Alkohol im Sündenpfuhl. Auf dem Weg dahin komme ich an der St. Pauli Ruine vorbei, ohne spürbare Auswirkungen auf mein Seelenheil. Handelt es sich doch eine Kirche a. D. mit einem Name, der für den religiös unterbelichteten Menschen nach Unterwelt, Sittenverfall, Triebhaftigkeit, Seemannsromantik klingt. Das imaginäre Flair meines Kietzes erwacht.
Das Bier wird mir von meine niederen Instinkte ansprechenden Damen über den Tresen gereicht. Natürlich muss es sich bei ihr um eine Mitarbeiterin aus besagter Etage handeln, die sich an ihrem freien Tag etwas dazu verdient. Vielleicht ist sie Werbeträgerin, um den Mann, der alleine ist oder es lieber wieder wäre, vom Tütensuppeneinkauf auf einen Konsumwunsch zu bringen, der im chauvinistischen Sinne des Wortes auch was mit Tüten zu tun hat. Bei mir wirkt das nicht. Noch kann ich mir einreden, für Sex nicht bezahlen zu müssen, weil ich es nicht kann. Außerdem meldet sich in mir noch immer ein Rest meines jugendlichen Idealismus’, dass die Frau in mir einen begehrenswerten Don Juan und nicht einen Geldschein mit Schwanz sieht. Anderseits wäre es in ihrem Berufsleben sicher eine Bereicherung mal unter einem Highpotential arbeiten zu dürfen.
Ich kaufe aber nur ein und genieße den anrüchigen Akt, des optischen Kontaktes mit einer Dirne. Dabei lege ich Wert auf unverkrampfte Umgangsformen. Natürliches Auftreten signalisiert der Verkäuferin, dass ich sie nicht als Ware sehe sondern als Mensch akzeptiere. Als wüsste ich nicht ganz genau, womit sie ihr Studium finanziert! Ist ja auch nur ein Job der ihr hilft, in einer harten Zeit mit dem Arsch an die Wand zu kommen. Ich schaue ihr bei meiner Bestellung stets ins Gesicht und setze mein unverbindliches Lächeln auf, wie bei jedem beliebigen Verkaufsgespräch. Nur wenn sie in der Kasse das Wechselgeld sucht oder sich nach den Flaschen bückt, ruht mein Blick auf ihrem Kapital.
Sehe ich bei NETTO eine Frau, die ihre körperlichen Qualitäten zu Recht nicht versteckt und dabei eine offensive Einstellung zu Make Up, Frisur und Brustvergrößerung zur Schau stellt, ertappe ich mich bei Spekulationen über ihren Arbeitsplatz. Kauft sie auch noch überwiegend Pausensnacks, werden meinen Hypothesen schnell sehr horizontal. Das ist natürlich Quatsch. Die Echten haben ja einen Spätshop im Haus.

Sarrazin macht Dresdnern Mut

Juli 6, 2011 1 Kommentar

Der Thilo kämpfte nun auch in Dresden für den Erhalt Deutschlands. Die Ortswahl an sich überraschte mich bereits. Vom Hocker haute mich, dass die Dresdner einen deutschlandweiten Sarrazinlesungsbesucherrekord aufstellten. Obwohl sie von den zentrale angeprangerten Missständen soviel Ahnung haben dürften, wie der Blinde von der Farbe.
Sarrazins medialer Thesenanschlag und die pflichterfüllte “Daswirdmajanochsagendürfen”-Hysterie gingen weitgehend, an mir vorbei. Weder aktiv noch passiv nahm ich daran teil. Das Thema überstieg meine Kompetenzen in Genetik und Sozialpolitik (Ausrede! Mangelndes Fachwissen hinderte bisher keinen Journalisten daran, sein aufdringliches Urteil zu verbreiten). Nein, es war schlichtes Desinteresse. Also ehrlich! Das Thema böser Migrant ist rund um Berlin eine Totgeburt. Für die Ostländer ist der Ausländer in der Opferrolle vorgesehen.
Mit einigem Engagement könnte man jeden in Dresden lebenden Ausländer persönlich kennenlernen. Beim Kauf von Döner, Pizza, Obst und Kitsch. Die dazu gehörigen Türken, Italiener, Vietnamesen machen einen recht integrationswilligen Eindruck, gemessen an deutscher Sprachfertigkeit, Freundlichkeit, Arbeitswut und kaum erkennbarer religiöser Bekenntnisse.
Hier sind es die Deutschen von nebenan, die sozial abgehängt und ungebildet zu viele Kinder bekommen, die Schule schwänzen und auf der Straße für kriminellen Druck sorgen.
Kurz: Die Gefahr, in wenigen Jahren arabisch statt sächsisch zu hören, durch den Ruf des Muezzins statt der Radiowerbung für Spielcasinos (Yes we game) geweckt zu werden oder verschleierte statt farbenfroh gesträhnte Frauen zu sehen, ist in Dresden als äußerst gering – wenn teilweise auch wünschenswert – einzustufen.
Dennoch stellte meine Stadt den Besucherrekord bei Sarrazin auf. Immer wieder wurden seine mahnenden Worte von Jubelrufen und Applaus unterbrochen. Die erste Vermutung, dass seine bisherigen Tourstationen in der Provinz lagen, ist falsch: In München und Berlin las er vor kleinerer Kulisse. Ist die Abschaffung dort schon so weit gediehen, dass sich nichtmal 2250 Kulturdeutsche fanden, um Sarrazin zu lauschen?
Ein kompetenter medialer Reflex wäre auch, die sehr … konservative politische Orientierung der Dresdner. Alles falsch! Es kann nur einen Grund geben: Die Begeisterung – und zwar pur – über den Lauf der Geschichte. Der Sarrazinbesuch war Informationsabend, Mutmacher, Licht am Ende des Tunnels in einem. Alle wollten es nochmal mit eigenen Ohren hören, sich vorrechnen lassen, wie lange es noch dauert, bis Westdeutschland sich selbst abgeschafft hat. So erklären sich Jubel und Applaus in der Halle. Zwei, drei Generationen noch, dann haben wir den Westen doch überlebt.