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RB-Leipzig-Fans für Friedensnobelpreis nominiert

Vor acht Tagen saß Deutschland in der Hysteriefalle. Wir hatten nichts. Nichts, was uns so wirklich aufregt. Nichts ließ uns das Ende der Welt, der Demokratie, des Abendlandes herbeiphantasieren. Die Klimakatastrophe zieht sich träge in die Länge. Donald Trump ist irgendwie langsam Alltag. Die Flüchtlingskrise birgt kaum noch  Schnappatmungspotential. Die vor der Frauenkirche erigierten Busse lösen nur regionalen Hysteriereflexe aus.

Irgendeine Mücke musste sich doch aber zum Elefant machen lassen. Eine recht propere Mücke kam dann prompt in Gestalt einiger BVB-Schläger herbeigeschwirrt. So wurde endlich mal wieder ein Fußballkrieg ausgerufen – hatten wir ja länger nicht. Nach einer Woche Kriegsberichterstattung gingen die Fans von RB Leipzig als strahlende Sieger aus der Schlacht hervor.

Und das, obwohl sie in Dortmund förmlich abgeschlachtet wurden. Sie mussten sich von Dortmundern beleidigen lassen. Es flogen Schimpfwörter, Fäuste und Gegenstände. Nur ein versprengtes Häuflein der treuesten Auswärtsfahrer kehrte lebendig zurück, und jene die es schafften, leiden unter Postraumatischen Belastungsstörungen. Sie werden voraussichtlich nie wieder ein Stadion, geschweige denn Dortmund betreten können. Während in vielen Fanszenen derartige Vorkommnisse als „Auswärtsfahrt“ abgehakt werden, nehmen es die  Leipziger nicht so auf die leichte Schulter.

Doch sie verkriechen sich nicht schmollend in eine Ecke, weil niemand mit ihnen spielen will, sondern heben die Hände und setzen so ein Zeichen gegen Hass und Gewalt. Millionen empor gereckte Plakate im Spiel gegen den HSV machen das Stadion zu einem besseren Ort. So liebevoll, kuschlig und friedlich, wie das Happy End eines Rosamunde-Pilcher-Films. Noch nie war Selbstmitleid so werbewirksam. Alle finden nun die Raba-Blumenkinder total dufte.

Ein paar prügelnde Dortmunder haben so mehr für den Imagegewinn des Marketingclubs getan, als alle Mateschitzmillionen es je hätten zustande gebracht. Jeder weiß nun: Die Rasenballgänger sind die allerbesten Fans der Welt. Das ist amtlich. Könnten sich Fußballvereine oder die DFL Anhänger backen, sie würden genauso aussehen, wie die Love-Peace-Harmony-Transparenthalter von RB Leipzig. Die Verleihung des Friedensnobelpreises kann also nur eine Formsache sein.

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  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. Februar 13, 2017 um 10:21 am

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