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Wegen steigender Kriminalität: Polizei zieht sich aus Gesellschaft zurück

NRW-Innenminister Ralf Jäger macht gerade Wahlkampf, indem er damit droht, seine Polizisten aus der Veltins Arena zurückzuziehen.  Die Banner aufhängenden Schalker Volksverhetzer werden künftig ungeschützt dem Fußball überlassen.

Dieser konsequente Rückzug  wird kein Einzelfall bleiben. Schon bald sollen weitere gesellschaftliche Bereiche folgen, in denen die Ordungsmacht sich falsch aufgehoben und missverstanden fühlt. „Es kann nicht sein, dass unsere Beamten sich tagtäglich mit Regelverstößen, Verbrechen und Gewalt auseinandersetzen müssen“, heißt es aus Sicherheitskreisen. In einem internen Papier der Innenministerkonferenz werden die größte Missstände der Polizeiarbeit aufgelistet. So müssten hunderte Kollegen zu Schlägereien, Raubüberfällen, Diebstählen und sogar Morden ausrücken. Beim Kontakt mit dem kriminellen, oft drogensüchtigen und verarmten Rand der Gesellschaft würde wichtige Arbeitszeit verloren gehen. Vor allem jüngere Kollegen seien irritiert über dieses unerwartete Berufsbild. Von einem Arzt verlange ja auch niemand, dass er Blut sehen kann. Ferner würden sich die Besitzer des Grund und Bodens, auf denen Straftaten begangen werden, zu einfach aus der Verantwortung stehlen und der Polizei die ganze Drecksarbeit überlassen. Zahlen müsse immer der Steuerzahler. Hätten Immobilieneigner die Pflicht, sich an Einsatzkosten auf ihrem Besitz zu beteiligen, würden sich Ladendiebstähle und häusliche Gewalt ganz schnell von selbst erledigen.

Bald auf sich allein gestellt: Verbrecher. Foto: Rike/pixelio.de

Bald auf sich allein gestellt: Verbrecher. Foto: Rike/pixelio.de

Die Polizeigewerkschaft begrüßte diese Pläne, doch gehen sie ihr nicht weit genug. Ein Sprecher erklärte: „Vor allem Castorpolitiker, Bahnhofserbauer oder Nazi-Demonstranten dürfen nicht in dem Glauben gelassen werden, die Polizei könne sie ständig vor dem protestierenden Volk schützen.“ Bei den dabei eingesetzten Hundertschaften seien bereits vermehrt Fälle von nervösen Schlagstockarmen und unkontrollierten Pfefferspray-Überreaktionen aufgetreten.

Die fehlende Dankbarkeit für diese fakultativen polizeilichen Einsätze schmerze besonders. Die Polizisten seien weder dazu ausgebildet noch entsprechend personell ausgestattet, sich permanent mit den Bösen der Welt herumzuschlagen. Darüber hinaus dürfe der Erfolg der Sparmaßnahmen verschiedener Polizeireformen nicht vom guten Willen der Gesetzesbrecher abhängen.

Nach dem in den kommenden Monaten abgeschlossenen Rückzug aus Stadien, von Tatorten und Drogenbrennpunkten sollen die Einsatzkräfte wieder verstärkt in ihren Kernaufgaben gebündelt werden. Welche dies sind, steht offenbar noch nicht fest, doch dem Vernehmen nach, ist zur Klärung bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet.

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  1. glowdark
    September 13, 2013 um 1:11 pm

    Wie, wo, was, Arbeit? Ich muss weg …
    Die Polizei kennt ihre Kernaufgaben nicht …
    Da bin ich jetzt mehr als beruhigt.

  2. September 13, 2013 um 1:45 pm

    Nach umfassender Diskussion – und Rücksprache mit der GdP – beschliesst die Kernaufgaben-Besprechende-Arbeitsgruppe (kurz KABAG) einstimmig, dass sie ein detailiertes Gutachten an einen externen Berater in Auftrag gibt.

    • spuckelch
      September 16, 2013 um 10:27 am

      Top!

  3. Axel
    September 13, 2013 um 4:41 pm

    Auwei bist Du aber böse. Aber noch nicht böse genug. An der Dramaturgie von 800 vor sich selbst und der Allgemeinheit zu schützenden Salonikindern zu 80 präventiv verpfefferten Schlackern, die billigend in Kauf genommen wurden, weil ja die 800 irgendwas hätten machen können, daran solltest Du noch bissel nachfeilen.
    Mir wird allerdings schon schlecht, wenn ich dran denke, wenn mal wieder paar Tausend vor sich zu schützende Dynamokinder und -väter irgendwo in NRW einreiten, was dann den Gastgeberfans so blühen könnte. Uups, ich stelle mir gerade für übermorgen 400 tränende Düsseldörfler vor, die provokativ ein „Scheiß“ Dynamo Banner (ostdt.: Zaunsfahne/Transparent) präsentieren und die Bullerei rutscht dort im Block ein, damit die Dynamofans bloß ruhig bleiben. Ein sensationeller Gedanke. Vorweg aber bitte Herrn Wendt fragen, was er von der Sache hält… Seine Meinung ist uns nämlich sehr wichtig…

  4. BEBerlin
    Oktober 12, 2013 um 4:55 am

    Wer sagt denn dabei, daß die Jägerschen Angestellten … äh, Beamten überhaupt die Gesetze kennen? Das brauchen sie doch nicht, denn das Kommando heißt doch: Knüppel raus und draufschlagen…

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