Startseite > Propaganda > 60 Jahre Zeitzeugen

60 Jahre Zeitzeugen

60 Jahre ist es her. 60 Jahre, dass es endgültig vorbei war. Den zweiten Krieg innerhalb von 27 Jahren verloren. Das steckt kein Volk so leicht weg. Zeitzeugen haben Konjunktur. Es wird in verschütteten Bunkern rumgekrochen, um das wirklich allerletzte Geheimnis zu lüften. Die Kamera ist dabei und zeigt einen rostigen Stahlhelm und verbeulte Teller. Es müssen also beim Kampf um Berlin wirklich Soldaten in diesem Bunker gewesen sein, die höchstwahrscheinlich auch gegessen haben. In ostdeutschen Wäldern wühlen Archäologen in der Erde, um sich von Betonklötzern erzählen zu lassen, wie deren Leben als Raketenabschussrampe so war. Luftaufnahmen lassen uns wissen, das die Schützengräben der Deutschen an den Seelower Höhen tatsächlich gen Osten gerichtet waren.
Wie es da drinnen zuging erzählen die Überlebenden. Von denen es heute noch so viele gibt, dass ich mich frage, ob das mit dem Krieg denn auch wirklich so stimmt. Sie erzählen, wie sie das Ende erlebten und wir arbeiten auf. Immer neue und neuere Details über den Niedergang werden berichtet. Grundsätzlich waren die Deutschen auch nur Menschen, die von der Heimtücke des Krieges überrascht wurden. Die letzten Kriegstage bestimmen unseren Alltag. Fasst scheint es, ich wäre dabei gewesen. Zu welchem Schuss der Einzelne gekommen ist, wie er die Zerstörung seiner Kinderstube ganz persönlich erlebte, wann er das letzte mal Hitlers Bärtchen sah oder gar kurz die feuchte Nase von Führerschäferhündin Goldie spürte. Welche Endsieghoffnungen der Pimpf bei der Verteidigung der Brücke in Hintertupfing hegte oder wie es prägte, im Bombenkeller von Mama gestillt zu werden.
Klar und deutlich kommt heraus, was für harte und ungerechte Zeiten unsere Großeltern aushalten mussten – unter Hitler. Also; in den letzten 2 Jahren und als er sie dann allein gelassen hat. Vorher gab es ja weniger Anlass sich zu beschweren.  Da wurde versprochen, gebaut, gejubelt, Arbeitsplätze geschaffen und gesiegt. Ein neues Selbstwertgefühl inklusive. Das war nach 1918 schon etwas angeknackt. Wer verliert schon gerne einen Krieg? Jetzt sah es aber ganz anders aus. Ohne einen Schuss mehr Boden gutgemacht als zwischen 14 und 18. Und dann erst mit einigen Schüssen und Blitzkriegen … Von Sieg zu Sieg geeilt. Es blieb auch noch genug Zeit, gemeinsam ins Grüne zu fahren, am Lagerfeuer zu singen, Heldengeschichten von der Front zu lauschen und über den Feindsoldaten zu lachen. Mit erhabenen Gefühlen wurde auf Feldern gestanden und in sich aufgesogen, was der Führer so zu schreien hatte. Viele saßen schon auf gepackten Koffern, in freudiger Erwartung auf ein Eigenheim auf kleiner Scholle tief im Osten des neuen Reiches. Der kleine Mann interessiert sich ja nicht so für Politik, führte sein normales Leben weiter und nimmt mit, was er kriegen kann. So als Herrenvolk ließ es sich schon eine Weile aushalten. Doch aus heiterem Luftraum sah es plötzlich gar nicht mehr so gut aus. Der Zorn des Feindes entlud sich auf unseren historischen Stadtkernen. Was haben wir gelitten! Klar waren wir in unseren fetten Jahren auch zornig. Aber das kam zumindest aus einem Volk, das einen gerechten, ja historischen Anspruch darauf hat.
Wie irritierend muss es gewesen sein, dass es der amerikanische, britische und russische Soldat völlig an Respekt gegenüber dem Arier fehlen ließ. Der deutsche Soldat war zunehmend überfordert, den Frontverlauf stabil und weg von der Heimat zu halten. Und dann war alles kaputt. Man war niemand mehr im eigenen Land. Das ein Krieg so aussieht hat ja nie jemand gesagt..
Und alles nur wegen Hitler! Typisch Politiker, viel versprechen und nichts halten.

Advertisements
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: