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Was hat Dynamo Dresden, das RB Leipzig nicht hat?

Der Unterschied zwischen Dynamo Dresden und RB Leipzig? Es gibt keinen. Historisch gesehen.
Diese Meinung klingt nach lebenslangem Stadionverbot und Ächtung als anerkannter Dynamo Fußballfan.
Beide Vereine (auch wenn RB im klassischen Sinn kein Verein ist) sind künstliche Produkte ihrer Zeit. Gezeugt von den Mächtigen. Kinder der Ideologie. Rasenball vom Kommerz. Dynamo von der Politik. Ziel war es in beiden Fällen, dem Erzeuger über Erfolge im Massenprodukt Fußball ein positives Image zu verschaffen.
Die viel bemühte TRADITION Dynamos hat ihren Ursprung nicht in einem verrauchten Kneipenhinterzimmer.
Wir erinnern uns: Es waren keine idealistischen Fußballverrückte, die 1953 Dynamo gründeten, sondern von knallhart kalkulierenden Bonzen aus den Sicherheitsbehörden. Denn der Name Dynamo stand nunmal für die Sportvereinigungen der inneren Sicherheitsorgane der DDR. Für die jüngeren Leser: Dazu gehörte neben der Polizei auch die Stasi. Ketzerisch betrachtet, ist da ein Brausekonzern als Geburtshelfer das kleinere Übel.
Dresden Fußballtradition vor 1953 zu bemühen, um Dynamo aus dem Schlamassel raus zu bekommen, wäre genauso lächerlich, wie RB in die Tradition des VfB Leipzig zu stellen.
Das Märchen, die SGD wäre permanent das Opfer von Schiebung und Betrügervereinen gewesen, ist schlichte Realitätsleugnung. Gut, der DDR-Meistertitel war ein Jahrzehnt tabu. Der war für Mielkes  noch wichtigeres Hauptstadtspielzeug reserviert. Trotzdem hat es gereicht, um Dauergast auf Europas Fußballbühne zu sein. Wirkliche Benachteiligung  sieht anders aus.  Fragt man mal bei den so verhassten BSG Mannschaften nach. Heute werden die erfolgversprechendsten Spieler vom Kommerz-Verein weg gekauft. Damals wurden sie halt delegiert. In beiden Fällen eine Demonstration der jeweiligen Machtverhältnisse.

So bitter es ist, Tradition, die Dynamo inzwischen reichlich hat, ist eine Frage der Zeit und wird  – so Mateschitz will – auch mal RB erreichen.
Mit dem Club schuf sich der Konzern auch die passenden Zuschauer. Es ist  nicht der schmutzige nach Bier, Zigaretten, Schweiß und Aggressionen stinkenden, pöbelnde und randalierende Mob, sondern der Fußball und Merchandising konsumierende Kunde.  Fraglich ist allerdings, ob diese Edelfans, für ihren Verein auch Leiden können oder nach Misserfolgen nur irgendwie traurig sind und sich mit „es ist ja nur ein Spiel“ trösten. Identitätsstiftend wirkt erst das gemeinsame Erleben von dramatischen Momenten, in denen Legenden geboren werden.  Vereinsübergreifende Beispiele: 3:7, Meister der Herzen,  Lizenzentzug, die 102 Sekunden von Barcelona, Rickens 17 Sekunden Tor.
Irgendwann werden vielleicht auch die ersten RB Fantrikots und Schals nicht mehr nach Werbung und Erfolgsversprechen duften,  sondern nach Tränen und  Angstschweiß stinken. Und sei es, weil Mateschitz plötzlich die Lust am Geld ausgeben verliert, weil die Rendite nicht stimmt.

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  1. Eme
    Januar 19, 2012 um 11:59 pm

    Puh … das ist an sich erst einmal nicht schlecht betrachtet – aber letztlich nicht ganz so leicht erklärbar. Lasse es setzen und werde dazu Worte finden. Gruß!

  2. Nee
    Januar 19, 2013 um 1:06 pm

    Kein Verein wurde in der DDR von Fußballbegeisterten in verrauchten Hinterzimmern gegründet. Sag mir ein Talent, was aus den Einzugsbereich eines anderen Vereines nach Dresden delegiert wurde. In den erfolgreichen 70iger Jahren bestand die Mannschaft aus Spielern aus dem Bezirk Dresden, bis auf Häfner. Damals gab es überhaupt keine Wahl, heute schon.
    In den 50iger Jahren wurde die Meistermannschaft nach Berlin delegiert, dann war Ruhe. Mitte der 60iger bekam Dresden erst ein Nachwuchsleistungszentrum, aber in dieser bürgerlichen Stadt eben nicht für Rotation oder den SC Einheit, sondern nur für Dynamo. Dann kamen 10 erfolgreiche Jahre (fast die einzigen), bis der Meister eben aus Berlin kommen mußte. Über die Zeit nach der Wende müssen wir nicht reden. Wir sind fast immer beschissen worden und die Zeit in einer Diktatur mit heute zu vergleichen ist mehr als unglücklich.

    • spuckelch
      Januar 21, 2013 um 7:34 am

      Es ist richtig, dass keine der DDR Traditionsmannschaften in einem verrauchten Hinterzimmer gegründet wurden, Dynamo sollte auch mehr ein Beispiel sein, was sich natürlich auch auf andere Ostvereine übertragen lässt. Vor allem jene, die von der Staatsmacht dahingehend gefördert wurden, um international halbwegs mithalten zu können. Dazu gehören vor allem Magdeburg, Lok, Jena, logischerweise der BFC…. Je nach Zeit etwas variierend.
      Nur 10 erfolgreiche Jahre kann ich nicht so sehen. Auch wenn die SGD danach nicht mehr Meister wurde, reichte es doch für Pokalsiege und EC-Teilnahmen. Das würde ich durchaus auch als erfolgreich interpretieren.
      Es liegt mir außerdem fern, die politischen Systeme miteinander zu vergleichen oder gar gegeneinander aufzuwiegen. Ich beziehe mich nur auf einen jeweiligen Auswuchs der Systeme, die von den im jeweiligen System Tonangebenden für ihre Marketinginteressen genutzt wurden/werden.

  3. Axel
    Januar 20, 2013 um 10:15 am

    Nicht daß ich jetzt als unzufriedener Dynamofan blind und zwingend Dynamo verteidigen müßte, aber mein lieber Spuckelch, hier haste aber mächtig in die Kiste mit billiger CDU/BILD Rhetorik gegriffen.
    Schon vergessen? Der Dresdner Nachkriegsverein, der sich später als Nummer 1 in der Stadt etablieren sollte wurde als Polizeisportverein (SG DVP = Sportgemeinschaft Deutsche Volkspolizei) 1948 gegründet. Quasi eine BSG fürs Innenministerium. 1953 folgte dann die Umbenennung im Zuge der Generalorder der DDR Obrigkeit, welche fast alle Sportgruppen der bewaffneten Organe in Dynamo benannt wissen wollten bzw. in die Sportvereinigung Dynamo integriert wissen wollte.
    Um den Oberliga Startplatz für einen Dresdner Verein zu erhalten, den die zwangsaufgelöste SG Friedrichstadt hinterlassen hatte und die BSG Empor Tabak ablehnte, wurden per Dienstbefehl, Polizeisportler der ganzen DDR im Dresdner Polizeisportverein zusammengezogen, der den Oberligaplatz verteidigen sollte.
    Was Du mein lieber Spuckelch verschweigst ist, daß die 1953er Meistermannschaft aus Dresden bereits 1954 komplett zur SV Dynamo Berlin „befohlen“ und dann gleich 2 Liga-Etagen tiefer angesiedelt wurde.
    1957 spielte Dynamo in der Viertklassigkeit und zwar in einem System, dem Du unterstellst, daß es ähnlich wie die Dosenballer eine Mannschaft – Dynamo – kalt „installiert“ hat.
    Es gab ein sytemnahes Mäzenentum für Dynamo und das in persona des SED Bezirksvorsitzenden Werner Krolikowski, der in den 70ern als sich Dynamo bereits alleine zum Platzhirsch gemacht hatte, über die Sportpolitik verfügte, daß kein Talent den Bezirk Dresden verläßt, ohne vorher von Dynamo gesichtet worden zu sein.

    Deine Gleichnisse, vor allem vor dem Hintergrund zweier grundlegen verschiedener Gesellschaftssysteme, politische Entscheidungen vs. privater Finanzmacht, Brot und Spiele für DDR Bürger vs. Marketingstrategie zum Erreichen satter dekadenter Sporteventinteressenten – diese Gleichnisse hinken wie ein beinamputierter mit Energiegesöff aufgeputschter Mastochse, der versucht, eine prämierte Milchkuh zu begatten.

    Weitermachen!

    • spuckelch
      Januar 21, 2013 um 7:28 am

      So, wieder nüchtern und denkfähig, lieber Axel. Es fällt mir schwer, auf Deinen Kommentar einzugehen, da du mit diesem mein gechriebenes bestätigst und weitere Argumente für diese Sichtweise lieferst – wie z. B. Krolikowski.
      Der Abstieg der SGD meiner Meinung nach auch kein Argument gegen die Gründungsumstände. Sie waren dadurch eben ein Spielball der Mächtigen – ihrer Gründerväter. Und wie eine Zwangsumsiedlung auch ausgehen kann, sieht man bei Motor Lauter oder Vorwärts Berlin.
      Das die Gesellschaftssysteme unterschiedliche waren ist klar, ich beschreibe aber auch nicht die Systeme, sondern einen jeweiligen Auswuchs, der aus sportpolitischer Sicht eindeutig die Stoßrichtung des jeweiligen Systems ausdrückt. Es wird dem Volk / Konsumenten Unterhaltung geboten, dafür erhofft sich der Initiator – Staatsmacht oder Konzern – einen positiven Effekt für seine Geschäfte. Ich möchte damit weder Dynamo reinreiten noch RB reinwaschen. Mal wertfrei betrachtet, hast du es mit dem Schlusssatz, Brot und Spiele fürs unterdrückte Volk vs. Marketingstrategie genau auf den Punkt gebracht. Vielleicht kannst Du nochmal drauf eingehen, warum das ein Argument gegen meine Sichtweise ist.

  4. Georg
    Januar 22, 2013 um 5:54 pm

    Die Kernfrage beim Problem RB SGD (oder andere traditionelle Vereine) ist doch:
    Wer bestimmt die grundlegenden Dinge im Verein? (z.B. Farben, Name, das Maß der Vermarktung, Sponsorenaktivitäten, Ticketpreise, Stadionordnung, Fankultur, Choreos, Form der Meinungsäußerung u.a.)
    In der DDR hat der allmächtige Staat darüber gewacht bzw. die Partei und deren Helfer. Das ist vorbei.
    Bei RB macht das der Dosenkonzern. Fakt! Die haben halt nur Konsumenten.

    Aber wie ist das heute bei Dynamo?

  5. Axel
    Januar 22, 2013 um 7:23 pm

    Ich fang mal mit den einfacheren Dingen an @Georg (spuckelchs höhere Rhetorik führe ich mir morgen zu Gemüte, darauf kann man nicht einfach aus der Hüfte schießen):
    Wer die grundlegenden Dinge im Verein bestimmt – gute Frage, die Rückbenennung in Sportgemeinschaft hat die damals neugegründete Fangemeinschaft Dynamo e.V. (juristisches Mitglied bei der SGD) mit Unterstützung der Ultras und der 2/3 Stimmenmehrheit der vereinsmitglieder initiiert und durchgesetzt – gegen den Willen der Geschäftsführer, großer Teile des Aufsichtsrates und sogar des Ehrenpräsidenten. Soviel zum Thema „Mit“ Bestimmung. Es liegt in der Natur der Zeit, daß viele Sachen rings um den verein mittlerweile ourgesourct wurden und die Satzung Eingriffe in das Tagesgeschäft durch die Vereinsmitglieder verbietet. Stadionbetreibung, Catering, Fanshop, Vermarktung sind dafür die 3 prädestinierten Beispiele.

    Im Gegensatz zu Red Bull (also Pseudoverein oder Konzern – ist ja egal) haben es Vereinsmitglieder selbst in der Hand, Farben, Logo, Name selbst zu bestimmen. Durch Mitgliederbeschlüsse geht sogar noch eine Menge mehr, vorausgesetzt man kann sich stimmrechtlich argumentativ gegen die erfolgslechzenden Typen (in Dresden haben wir den Begriff „Lutze“ als Synonym für den unbedarften Erfolgsfan, der Oma, Farben und Vaterland für sportlichen Erfolg verkaufen würde) durchsetzen – was sogar oftmals gelingt.
    Im Minimalstatus haben wir sowas wie eine Fancharta wo u.a. ein selbstverwalteter Stehplatzblock in welcher auch keine security auf den Rängen steht, Zaunsfahnenplätze, Untersagung von Maskottchen, Bitteschön-Dankeschön Spielereien u.ä. fixiert ist. Im Gegenzug dazu hat man uns untereinander getrennt durch Rolltore am Umlauf – wir haben sogar nachgewiesen, daß diese der Notfallverordnung/Fluchtwege entgegen stehen. Von Beginn an kämpfen wir dagegen, Ignoranz seitens der jeweiligen geshcäftsführung und des Sicherheitsbeauftragten haben eine Öffnung bisher verhindert – denn Polizei, Stadionbetreiber und DFB haben ihre Zuständigkeit dafür bereits klar verneint.
    Zaunsfahnen sind bei uns anmeldepflichtig, werden jedoch nicht zensiert, sofern nichts verfassungsfeindliches draufsteht – hingegen besteht nach einer üblen und billigen MDR Kolportage ein Onkelzverbot, was unser zwiwchen red bull und Dynamo hin und herspringender Presseversprecher Enrico Bach ganz sicher nicht aufhebt – wozu auch, geht ja nur um Fanbelange
    Demokratie kann ein schönes Spiel sein, wenn sich alle an die Regeln halten…
    Übler Stadionname, miese Stadionverträge, von Kölmel clever geknebelt (war aber unsre eigene Dummheit Ende der 90er), durch 2. Liga übersät von „Lutzen“ die bei miesem Spiel nach 20 Minuten pfeifen und nachts von der Schämpjens Lieg träumen (als Ironie darauf gibts das Europapokallied, was wir seit 3. Liga singen), machtgeile Aufsichsträte, die sich im Glanze des Namens sonnen und immer wieder versuchen, mit ihrem popligen Provinzfürsten Vermögen sich billig einkaufen (z.B. der Versuch, einen Top Spieler kaufen – alle Transferrechte als Sicherheit übertragen bekommen). Und dann natürlich der residenzstadtmäßige Anspruch, daß wir als shclafender Riese unbedingt nach Europa gehören.
    Schulden, teilweise abgetretene Fernsehgelder, kein eigenes Marketing, übler Stadionname, kein eigenes merchandising, keine Cateringanteile, keine wirklichen Großsponsoren. Dynamo lebt eigentlich nur noch durch die massive Loyalität und den Stadionhype – der Gestaltungsspielraum ist klein geworden. Aber zumindest da haben Fans und Mitglieder noch ein Mitspracherecht – es wird natürlich immer schwerer, dies durchzusetzen.

    Das probier dann mal bei Rattenball Leipzig …

    Im Übrigen – nur zur Auffrischung – „der Staat“ DDR hat über vieles gewacht – die Spiortmanipulationen seit Ende der 70er hat allein Mielke durchgesetzt und Dynamo Dresden als Provinzverein hat von DIESEM Staat definitiv nicht profitiert. Dynamo und Dynamo wird da sehr gern in bester BILD Manier durcheinanderkolportiert…

    • spuckelch
      Januar 22, 2013 um 8:33 pm

      Axel, dem muss ich mich, obwohl vom DFF als Lutz enttarnt, nahezu nahtlos anschließen.

  6. Axel
    Januar 24, 2013 um 9:59 am

    So, jetzt kann ich mich mal dem rotzenden nordischen Paarhufer zuwenden.
    Und da geht dein Lapsus schon beim zweiten Satz los:

    Zitat:
    Beide Vereine (auch wenn RB im klassischen Sinn kein Verein ist) sind künstliche Produkte ihrer Zeit. Gezeugt von den Mächtigen. Kinder der Ideologie. Rasenball vom Kommerz. Dynamo von der Politik. Ziel war es in beiden Fällen, dem Erzeuger über Erfolge im Massenprodukt Fußball ein positives Image zu verschaffen.

    Veto mein lieber Elch. Im Gegensatz zu Red Bull, welches eine Firmenstrategie verfolgt und die Mittel und Möglichkeiten des sportlichen Verbandsrechtes aus- und teilweise sogar überreizt um ein Corprate Design zu Marketingzwecken beim Werbeträger Sport unterzubringen. Vergleichbar wäre dies mit dem real existierenden Sozialismus, wenn ein Konstrukt künstlich erschaffen würde, um ideologische Ziele per massenkompatibler Sportart anzubringen. Meines Wissens passt das noch nichtmal auf den BFC Dynamo oder hatten die Hammer und Sichel im Logo auf schwarz-rot-goldnen Trikots?
    Dynamo Dresden war die Betriebssportgemeinschaft der Dresdner Polizisten, die aufgrund ihrer Ausbildung und Fitneß natürlich einen Konditionsvorteil gegenüber den reinen Arbeitersportlern hatten. Man kann daraus gewisse Vorteile ableiten – ein künstliches Produkt aber in keinem Fall.
    Etwa 1949 wurden für die Sportgemeinschaften (bürgerliche Vereine waren ja untersagt) Träger gesucht – vergleichbar mit der heutigen Sponsorensuche – dies alles, um infrastrukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Trägersonderfälle Polizei/Innenministerium und Armee fasste man leistungsorientiert in der Sportvereinigung Dynamo sowie den Armeesportverbänden (Vorwärts) zusammen. Starke Träger wie z.B. Wismut oder aber auch die dynamos und die Vorwärts` hatten sicherlich einen logistischen und Lobbyvorteil. Dies jedoch nicht auf EINEN Verein bezogen, klammert man mal die Phase 79-89 aus, als der Staatsapparat die Deuermeisterschaft für die Hauptstädter anordnete.

    Du siehst mein lieber Elch – Dynamo ist kein künstliches Produkt seiner Zeit sondern aus dem Bestand heraus in Strukturen gepresst.
    Was vom Mechanismus her ziemlich gleich funktioniert ist aufgrund der Hierarchien die Fähigkeit, quasi jemanden abkommandieren zu können. von RB Salzburg zu RB Leipzig oder von Dynamo Dresden zu Dynamo Berlin oder von Vorwärts Leipzig zu Vorwärts Frankfurt. In der bisherigen bundesdeutschen Fußballpraxis wurde dies durch finanzielle Anreize umgesetzt – Red Bull hat den Sonderstaus ein quasi Kommando gepaart mit finanzieller Attraktivität arbeitsrechtlich umzusetzen.
    Also lieber Elch – ohne geschichtlichen Exkurs solltest Du solche Pauschalisierungen nicht einfach durchs Netz jagen und die Brücke zu Deinem nächsten Absatz mit den Bonzen bekommste dann auch geistig hin 😉

    Zitat:
    Wir erinnern uns: Es waren keine idealistischen Fußballverrückte, die 1953 Dynamo gründeten, sondern von knallhart kalkulierenden Bonzen aus den Sicherheitsbehörden. Denn der Name Dynamo stand nunmal für die Sportvereinigungen der inneren Sicherheitsorgane der DDR. Für die jüngeren Leser: Dazu gehörte neben der Polizei auch die Stasi.
    Ketzerisch betrachtet, ist da ein Brausekonzern als Geburtshelfer das kleinere Übel.
    Kleine Anmerkung noch – der Brausekonzern war kein Geburtshelfer sondern leiblicher Vater des Konstruktes, der sich der Nutte Markranstädt bediente und seine vaterschaft mit Ach und Krach im System des DFB durchsetzen konnte, während Umbenennungen von bestehenden (Polizei)Sportvereinen ins Einheits-Dynamo eine landesweite strukturelle Aktion im Rahmen des gesellschaftlichen und sportpolitischen Systems darstellten. Einzelfall und Systemfall (Mehrzahl) bitte nicht unterschlagen.

    Zitat:
    Das Märchen, die SGD wäre permanent das Opfer von Schiebung und Betrügervereinen gewesen, ist schlichte Realitätsleugnung.

    Gut, man kann über die Definition von permanent diskutieren, im direkten Klassenkampf mit dem Stasibruder BFC wurde der Weg zur Meisterschaft seit 1979 manipulativ verbaut. Die Gabe, zwischen Bevorteilung und Benachteiligung Einzelner und der Benachteiligung Mehrerer zu differenzieren, muß der frustgeplagte Dynamo Lutzl noch lernen – wohl wahr.

    Da Du ja auf den „guten“ alten Werner so euphorisch angesprungen bist. Wo liegt der Unterschied zwischen dem SED Bezirksvorsitzenden, der als oberster Bezirkschef anordnet, daß junge Talente nicht ohne Sichtung bei Dynamo aus dem Bezirk gehen und dem pfälzischen Ministerpräsidenten Beck, der per Landesbürgschaft Erhalt und finanzielle Potenz der lokalen Nummer 1 – 1. FC kaiserslautern – sichert. Oder Wowereit, der per Stundung und Erlaß der Stadionmiete für Hertha seine städtische Nummer 1 schützt. Also Krolikowski und Mateschitz, der Vergleich hinkt wie ein dreibeiniger Hund…

    Zitat:
    Irgendwann werden vielleicht auch die ersten RB Fantrikots und Schals nicht mehr nach Werbung und Erfolgsversprechen duften, sondern nach Tränen und Angstschweiß stinken. Und sei es, weil Mateschitz plötzlich die Lust am Geld ausgeben verliert, weil die Rendite nicht stimmt.

    Mit der Emotionenkontrolle dieses Vereins sind die enttäuschenden Nichtaufstiege bisher noch keine sichtbar schweißtreibende Angelegenheit gewesen und mein lieber Spuckelch – der Satz mit Matschitz´ Lustabfall am Geldausgeben, darin begründet sich zumindest meine Hoffnung – wäre der Gang in die Biotonne deutscher Fußballgeschichte, denn dann hört dieses künstliche Konstrukt auf, zu existieren :-))))

    Als Fazit deines Blogeintrages lasse ich aber mal für mich stehen, daß die Akzeptanz und das Gebaren um die Ware Fußball sich innerhalb der Vereinsszene immermehr vereinheitlicht und zwar vom Millerntor bis Augsburg, von Köln bis Leipzig und von Dresden bis Mainz.

  7. Theodor Richman
    Juli 25, 2016 um 9:32 pm

    Etwas peinlich, die absolute Bevorzugung von Dynamo im Bezirk Dresden zu leugnen. Auch ist es zwecklos, gelernten DDR-Bürgern die Rolle der SED-Volkspolizei zu erklären. Außerhalb von Dresden sieht man das anders als in der Residenzstadt.

    Gab es nur in Markranstädt eine Übertragung des Startrechtes? Muss mal bei Lok nachfragen. Aber sicher bin ich als Leipziger weniger informiert als ein Talbewohner, der im Besitz der absoluten Wahrheit sein muss.

    Natürlich weiß ein Gelb-schwarzer, was richtige (Dresdner) und falsche (Leipziger) Emotionen sind. Spontan habe ich mit eine größere Bio-Tonne angeschafft, um echte Tränen zu sammeln, wenn Dinamo wieder absteigt .

  1. Januar 19, 2013 um 7:57 am

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