Wie ein Dynamofan in Braunschweig fast verdurstete

Endlich mal wieder Auswärts! (Die detaillierte Auflistung der Ausreden, warum ich Dynamo in die Fremde nur noch selten begleite, erspare ich an dieser Stelle dem Leser. Hat unter anderem was damit zu tun, dass die Wundertruppe in der Auswärtstabelle nicht auf Platz 2 stünde, wenn ich häufiger durch Anwesenheit geglänzt hätte. Gibt es eine Auswärtsniederlage, bin ich dabei. Oder andersrum. Siehe gestern in Braunschweig.)

Aber trotzdem: Endlich wieder Auswärts. Endlich wieder asozial. Fremde Bundesländer kennenlernen, noch befremdlichere Sitten erleben, noch entfremdenteres Verhalten an den Tag legen. Irgendwo im Magdeburgland komplett beflaggt in die Tanke zum Nachbestücken. Der Verkäufer ist von unserem Anblick sichtlich angewidert und knurrt: „Was wolltn ihr hier“. Dann siegen aber doch Pflichtbewusstsein und Profitgier über idealistischen Dynamohass und er verkauft uns die gewünschten Pilsator-Dosen. So viel Glück sollten wir den Rest des Tages nicht mehr haben.

In Braunschweig angekommen ist noch so viel Zeit. Da das Anfahrtskontingent vollständig in Promille umgewandelt wurde, geht die Nachschubsuche los. Die führt uns zu einer Kneipe gegenüber vom Stadion. So eine Art Ackis in … brav. Heißt dementsprechend auch dem Zeitgeist folgend „Wolters Lounge“.

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Wer genau hinschaut, erkennt auf dem Tisch drei Biere.

„Drei Bier bitte“. Der Typ mit blau-gelber Lok Braunschweig-Kappe schiebt sie uns in 0,3-Liter-Bechern rüber! Nullkommadrei! „Neee Neeee, wir hätten gern drei Große.“ „Größer gibts hier nicht“ „Oha, wo wir her kommen, wird der Schnaps aus solchen Näpfen getrunken.“

Da tröstet es nur wenig, dass sich der Preis auf dem Niveau von Nullfünfer-Bechern in der Heimat bewegt. Durch dem systematischen Verzehr einer größeren Menge kleiner Biere gelingt es uns eine gewisse Schlagseite zu erreichen. Wir nehmen noch eines dieser putzigen Bierchen mit Richtung Stadion. Nichtsahnend, dass dieses für sehr lange Zeit das letzte sein wird.

Darauf, dass im Stadion der Alkoholgehalt mal wieder den Sicherheitsbehörden zum Opfer fiel, waren wir eingestellt, dennoch gab es einen kleinen Stich in der Lebergegend, als diese Ahnung zur Realität wurde.

Nach in jeder Hinsicht ernüchternden 94 Minuten mit ausgetrockneter Kehle raus aus dem Nostalgieschuppen Eintrachtstadion und rüber zum Minibier-Ausschank. Wenigstens noch ein paar Schlummer-Schorlen für die Rückfahrt. Aber… Kann das sein? Der Laden hat schon geschlossen? Es kann sein. Die Zapfsäule ist versiegt. Es ist nach 22 Uhr. Sperrstunde. Wie kann man in Niedersachsen überleben?

Durstig auf die Autobahn, jetzt aber schnell. An der rettenden Tanke schmettert uns das Schild „Von 22 bis 6 Uhr kein Verkauf von Alkohol“ ab. Der Arm der Sperrstunde reicht weit. Jetzt packt es mich. Ich nehme mir was ich brauche. Zugreifen und gehen. Ist immerhin Auswärtsfahrt. Ich stecke ein, was ich will, da kann mich kein Gesetz der Welt und schon gar nicht diese halbe Portion an Tankstellenkassierer dran hindern! Die können mich alle mal.

Lass es dann aber doch. Bin zu nüchtern.

Wieder ins Auto. Tiefflug nach Hause. Dort schleppe ich mich mit letzter Kraft zum Spätie. Ein Bier, ich kann aber nur darauf zeigen, die Zunge klebt verdorrt am Gaumen.  Trinke es auf ex, damit ich wenigstens ein bisschen nach Fußball rieche, und sich die Frau nicht noch Sorgen macht, wo ich denn in Wirklichkeit gewesen sein könnte.

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Leipziger Busfahrer weigert sich, Mann mit Dynamo-Dresden-Schal mitzunehmen

Nachdem ein Dresdner Busfahrer einer verschleierten Frau die Mitfahrt verweigern wollte, zeigt sich nun, dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelte. Couragierte Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs schützen häufiger, als bisher bekannt, ihre heimischen Fahrgäste vor gewalttätigen und gemeingefährlichen Minderheiten.

So verweigerte ein Fahrer der Leipziger Verkehrsbetriebe einem jungen Mann den Zustieg, weil der einen Schal von Dynamo Dresden offen zur Schau stellte. Auch von den in einer nur schwer verständlichen Talsprache vorgetragenen Hinweisen des Schalträgers, er habe einen gültigen Fahrausweis, ließ sich der Fahrer nicht von seinem Standpunkt abbringen. Ein Zeuge erinnert sich: “Der Busfahrer war sehr irritiert, weil er eine solche Tracht offensichtlich zum ersten Mal in seinem Fahrzeug gesehen hat.“ So etwas gehörte einfach nicht nach Leipzig, stellte er dann fest.

Dann erklärte er aber geistesgegenwärtig, niemanden mitzunehmen, der abgetrennte Tierköpfe in ein Fußballstadion schmuggelt. Außerdem gäbe es keine Garantie, dass dieser Behangene nicht fanatisch sei. Er könne sich plötzlich mit dem Schal vermummen und dann Straftaten in dem Bus begehen. In der Vergangenheit hätten Fußballfans, und gerade die von Dynamo Dresden, immer wieder ZügeBusse und Straßenbahnen demoliert. Das sei allgemein bekannt. Die von den Dresdnern ausgehende blinde Gewalt gegenüber Andersgläubigen sei auch kein Geheimnis. Er fürchte um die Sicherheit seiner Leipziger Mitfahrer, von denen viele auch noch dem Rasenball huldigen würden.

Letztlich habe, so der Zeuge, der Busfahrer die Tür geschlossen und den Dynamoschalträger im Regen stehen gelassen. Auf Nachfrage erklärte das Unternehmen : „Dank des besonnenen Handelns unseres Fahrers konnte eine mögliche Gefährdungslage schon im Ansatz ausgeschlossen werden.“

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Lügenpresse-Kampagne gegen Dynamo Dresden aufgedeckt!

März 11, 2017 1 Kommentar

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Sieg im Schacht. Was soll das denn sein?

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Empörungsmitteilung an die geschmacklosen St. Pauli-Fans

Februar 13, 2017 6 Kommentare

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Wegen Kunstprovokation: Syrien entschuldigt sich bei Dresden

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